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Was die Reaktionszeit beeinflusst — Alter, Schlaf, Koffein und Müdigkeit
Wie Alter, Schlafmangel, Koffein, Müdigkeit und Tagesform die Reaktionszeit verändern — zusammengefasst auf Basis von Studienergebnissen.
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Selbst bei derselben Person schwankt die Reaktionszeit von Tag zu Tag und von Stunde zu Stunde. Hier sind die Faktoren zusammengefasst, die durch Studien vergleichsweise gut belegt sind.
Alter
Der & Deary (2006) analysierten die Reaktionszeitdaten des britischen Health and Lifestyle Survey (7.130 Erwachsene im Alter von 18–94 Jahren). Die einfache Reaktionszeit wurde bis etwa 50 Jahre kaum langsamer und erst danach, die Wahlreaktionszeit dagegen im gesamten Erwachsenenalter stetig. In dieser Stichprobe reagierten Frauen etwas langsamer als Männer und schwankten stärker.
Mit zunehmendem Alter steigt tendenziell nicht nur der Mittelwert, sondern auch die Schwankung zwischen den Versuchen (Variabilität). Deshalb zeigt diese Website auch die Standardabweichung an.
Schlafmangel
Van Dongen et al. (2003) beschränkten den Schlaf in einem Experiment zwei Wochen lang auf 4, 6 oder 8 Stunden pro Nacht. Selbst bei den Teilnehmenden mit 6 Stunden Schlaf verschlechterte sich die Leistung in einer Aufmerksamkeitsaufgabe (PVT) zunehmend, bis sie ein ähnliches Niveau wie nach einer durchwachten Nacht erreichte. Besonders wichtig: Die Betroffenen selbst fühlten sich nicht entsprechend schläfrig.
Bei Schlafmangel nehmen gelegentliche stark verzögerte Versuche (Aufmerksamkeitslücken) zu, noch bevor sich der Mittelwert verschlechtert. Tauchen in einer Serie häufig ein oder zwei auffällig langsame Werte auf, kann das ein Zeichen von Müdigkeit sein.
Koffein
Die Übersichtsarbeit von McLellan et al. (2016) kommt zu dem Schluss, dass moderate Koffeinmengen Wachheit, Aufmerksamkeit und Reaktionszeit verbessern — besonders deutlich bei Schlafmangel. Die individuellen Unterschiede sind jedoch groß, und mehr Koffein bedeutet nicht immer mehr Wirkung.
Müdigkeit, Tagesform und Umgebung
- Aufwärmen — Die ersten Versuche sind meist langsamer. Wenn Sie eine Serie als Übung verwerfen und danach messen, werden die Werte stabiler.
- Haltung und Vorbereitung — Wenn Sie den Finger auf der Taste lassen und auf die Bildschirmmitte schauen, verkürzen sich Bewegungs- und Wahrnehmungsphase.
- Störfaktoren — Benachrichtigungen, Gespräche und Hintergrundgeräusche lenken ab und erhöhen die Zahl der Auslassungen und langsamen Versuche.
- Tageszeit — Die Tagesform hängt vom persönlichen Biorhythmus ab. Wenn Sie den Verlauf verfolgen, messen Sie am besten zu ähnlichen Tageszeiten.
Was Sie mit diesem Test herausfinden können
Messen Sie unter wechselnden Bedingungen auf demselben Gerät — vor und nach dem Schlafen, vor und nach dem Kaffee, vor und nach dem Sport —, um zu sehen, welche Faktoren bei Ihnen besonders stark wirken. Dieser Test ist jedoch kein medizinisches Diagnoseinstrument.
Quellen
- Der G., Deary I. J. (2006) Age and sex differences in reaction time in adulthood. Psychology and Aging 21(1):62–73
- Van Dongen H. P. A. et al. (2003) The cumulative cost of additional wakefulness. Sleep 26(2):117–126
- McLellan T. M., Caldwell J. A., Lieberman H. R. (2016) A review of caffeine's effects on cognitive, physical and occupational performance. Neurosci Biobehav Rev 71:294–312